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Montag, 22. Januar 2007 14:23 Alter: 2 Jahr(e)

Sozialversicherungs- pflichtige Beschäftigung in NRW hinkt Bundestrend hinterher

 

In seiner Ansprache zum Jahr 2007 verkündete der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers: 110.000 Männer und Frauen hätten im letzten Jahr einen festen Arbeitsplatz gefunden - und fügte stolz hinzu, „Experten haben uns den Titel Aufsteigerland Nr. 1“ verliehen.

Der neueste vorliegende Bericht zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2006 sieht NRW hingegen auf dem drittletzten Platz im Bundesländervergleich:

In keinem anderen Bundesland - außer in Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen – Anhalt - war der Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten so gering wie in Nordrhein-Westfalen. In Nordrhein-Westfalen stieg diese mit Abstand wichtigste Kennziffer für einen festen Arbeitsplatz im letzten Jahr lediglich um rund 50.000. Dies entspricht einem plus von 0,9 %. In Ostdeutschland stieg diese Quote im gleichen Zeitraum immerhin um 1,2 %, in Westdeutschland um 1,3 %. Rheinland-Pfalz erzielte ein plus von 1,4 %, Bayern von 1,7 % und Hamburg sogar von 2,5 % (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit).

Zwar ist die registrierte Arbeitslosigkeit im Jahr 2006 um mehr als 120.000 zurück gegangen. Aber größenteils fanden sich diese Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnbereich wieder. Auch das bestehende Angebot an offenen Stellen bei den Arbeitsagenturen besteht zu fast 30 % aus 1-Euro-Jobs.

Der Abbau von Arbeitslosigkeit bedeutet nicht gleichzeitig die Schaffung Existenz sichernder Beschäftigung. Viele der von Rüttgers so genannten „festen Arbeitsplätze“ sind „1-Euro“- oder Minijobs:

Die Zahl der „1-Euro- Jobber“ stieg von September 2005 bis September 2006 um ca. 40.000 auf 103.208 Frauen und Männer. Und die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten (Minijobber) in NRW stieg im letzten vorliegenden Jahreszeitraum um ca. 38.000 auf 1.628.478. Ein Teil dieser „Minijobber“ ist als „Aufstocker“ auf zusätzliche ALG II- Mittel aus den Argen angewiesen.

Quelle: DGB NRW, PM vom 10.01.2007