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Donnerstag, 25. Juni 2009 11:00 Alter: 3 Jahr(e)

Kein Anspruch auf Hitzefrei

 

Die Süddeutsche Zeitung skizziert in ihrer Ausgabe vom 25.07.2009 in Ihrer Ausgabe vom 25.07.2009 die arbeitsrechtliche Situation zum Thema "Hitzefrei" bei Angestellten in Büroarbeit:

Es soll selbst in diesem verregneten Sommer Tage geben, an denen der Arbeitsplatz zum Backofen wird - einen Anspruch auf Hitzefrei haben Beschäftigte dann aber nicht. "In der Arbeitswelt gibt es so etwas nicht", sagt Kersten Bux von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund. Zwar schreibe die Arbeitsstättenrichtlinie vor, dass es im Büro höchstens 26 Grad warm werden soll. Ist es draußen heißer, dürfe dieser Wert aber ausnahmsweise überschritten werden - um wie viel Grad, sei nicht festgelegt. Ebenso wenig sei geregelt, wie oft das passieren darf.

Auch könnten Arbeitnehmer nicht verlangen, dass im Betrieb eine Klima-Anlage installiert wird, wenn draußen Tropenklima herrscht. Anders sehe es aus, wenn der eigene Schreibtisch in der prallen Sonne steht - das müssten Beschäftigte nicht hinnehmen, sagt Bux. Denn die Arbeitsstättenverordnung fordere einen Schutz gegen übermäßige Sonneneinstrahlung. In solchen Fällen dürften die Arbeitnehmer also erwarten, dass ein Sonnenschutz aufgestellt wird oder sie in einen anderen Raum wechseln können.

 

Beschäftigte sollten versuchen, mit dem Chef Gleitzeitregelungen für heiße Tage auszuhandeln, rät Bux. "Es hilft zum Beispiel, früher mit der Arbeit anzufangen, wenn es noch nicht so heiß ist." Mittags eine längere Siesta zu halten, helfe dagegen weniger, um der größten Hitze zu entgehen, denn die Tageshöchstwerte würden meist erst zwischen 14 und 15 Uhr erreicht.

Bux empfiehlt weiter, den Chef zu bitten, die Kleiderordnung an heißen Tagen zu lockern. So kann dieser zum Beispiel auf den Krawattenzwang verzichten, wenn Mitarbeiter im Büro durch das heiße Wetter ins Schwitzen geraten. Sinnvoll sei es auch, Elektrogeräte wie Scanner, Kopierer und Drucker nur bei Bedarf anzuschalten, damit sie den Raum nicht noch zusätzlich aufheizen.

Um sich Abkühlung zu verschaffen, rät Bux dazu, bei jedem Gang auf die Toilette zwei bis drei Minuten lang kühles Wasser auf die Unterarme in Höhe der Pulsschlagadern laufen zu lassen und die Stirn zu befeuchten. Wichtigste Grundregel sei aber, viel zu trinken. Bei sommerlichem Wetter brauche der Körper zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. "Viele fühlen sich jetzt schlapp und schieben das dann auf die Hitze. Oft liegt es aber daran, dass sie dehydriert sind, weil sie nicht genug getrunken haben."

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 25.7.2009