Lohnentwicklung: Zum dritten Mal weniger im Geldbeutel
Die Tariferhöhungen des vergangenen Jahres haben nicht dazu geführt, dass die Beschäftigten in Deutschland mehr Geld zum Ausgeben hatten. Berücksichtigt man die Preissteigerungen, bekamen die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr im Schnitt 0,2 Prozent weniger als 2005, so der Tarifpolitische Jahresbericht 2006 des WSI-Tarifarchivs. Weil die Tariferhöhungen nicht alle Beschäftigten in Deutschland erreichten, gingen die Effektivlöhne real sogar um 1 Prozent zurück - zum dritten Mal in Folge ein Rückgang. Schon seit Mitte der 90er-Jahre verläuft die Entwicklung in Deutschland deutlich schlechter als in anderen europäischen Ländern. So erhöhten sich der EU-Kommission zufolge von 1995 bis 2006 die Löhne in Schweden real um 33,6 Prozent, in Großbritannien um 30 Prozent, in Dänemark um 21,3 Prozent - in Deutschland hingegen nur um 8,3 Prozent.
Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, Böckler-Impuls Ausgabe 03/2007

